Montag, 1. August 2011

Die dicke alte Karpfenlady

Die Lebensmittelvergiftung war nach 10 Tagen endlich überstanden und mein Magen-Darm-Trakt erfreute sich wieder an fester Nahrung. Zum Glück hat sich mein Körper schnell genug regeneriert, denn das Wochenende stand vor der Tür und ich erwartete steirischen Besuch.  Jürgen von den Carptigers hat sich für das bevorstehende Wochenende angekündigt, um mit mir gemeinsam den Dicken vom See auf die Schuppen zu rücken. Am Freitag pünktlich um 09:00 fuhr sein vollgepackter Passat vor, prima nun konnte es losgehen. Ich empfing ihn bei strömenden Regen und herbstlichen Temperaturen, doch wir waren beide guter Dinge und machten uns trotz Regenguss auf den Weg.

Bei Ankunft am See regnete es noch immer wie aus Kübeln, also warteten wir erstmal ab und unterhielten uns solange über die bisherige Saison unter dem Vordach der Badehütte. Nach ca. 1,5h ließ der Regen deutlich nach und wir richteten unser Camp für die nächsten 3 Tage ein. Die Futterstrategie sah keine Unmenge an Futter vor, sondern nur ca. zwei Hände Boilies pro Spot. Lediglich an einem deutlich von den anderen entfernten Spot fütterten wir ca. 3 kg Tigernüsse. Der Tag verging wie im Flug und es wurde langsam Abend. Die Montagen lagen an ihrem Platz und wir gönnten uns ein Abendessen. Bei Jürgen gab es eine ordentliche Jause mit Kareespeck, Hartwurst und frischem Schwarzbrot, dazu ein kühles Bier. Mein Abendessen war ähnlich lecker, Haferschleim und Müsli mit Probiotischem Joghurt stand auf dem Speiseplan. Schonkost, bäääähhhh wie ätzend!!! Aber ab morgen sollte Schluss damit sein, denn wir befanden uns mitten in der Grillsaison, da kann man einen angeschlagenen Magen ganz und gar nicht gebrauchen.

Langsam brach die Nacht herein und eigentlich erwartete ich schon bald den ersten Run, doch weder Delkim noch Fox gaben einen Ton von sich, nur Jürgen schnarchte gemütlich vor sich hin. Schlussendlich schlief ich auch ein und träumte von den ganz Großen. Am nächsten Morgen war alles unverändert, aber zumindest hatten wir gut geschlafen.

Nach der ersten Nacht ohne Fisch an dem Gewässer entscheiden wir uns am Vormittag kurzfristig für eine Runde Stalking mit dem Boot. Wir versuchten unser Glück vor einem dichten Seerosenfeld und setzten auf Tigernüsse kombiniert mit einem kleinen weißen Pop Up. An diesem Gewässer habe ich zuvor noch nie mit Tigernüssen geangelt, also war ich umso gespannter auf die Reaktion der Fische. Werden sie die Tigernüsse annehmen? Werden die Brachsen die süße Erdmandel verschmähen? Wir näherten uns langsam dem Seerosenfeld und fütterten 4 – 5 Fäuste Tigernüsse vor die Seerosen. Dann entfernten wir uns, um aus einiger Distanz den Futterplatz zu beobachten. Es dauert keine 2 Minuten und die ersten Karpfen waren am fressen, darunter ein richtig mächtiger Schuppenkarpfen. Unglaublich wie schnell die Fische auf die Tigernüsse angesprungen waren. Wir waren wie erstarrt und beobachteten die Fressorgie. Nach wenigen Minuten war der Spot geputzt und die Karpfen verzogen sich wieder ins dichte Seerosenfeld. Wir näherten uns erneut und fütterten wieder einige Fäuste vor die Seerosen, diesmal legten wir unsere Montagen auch auf dem Futterspot ab. In einiger Entfernung, gerade noch in Sichtweite, setzten wir den Anker und verhielten uns mucks-mäuschen still. Wir waren nicht darauf gefasst, als sich nach nicht einmal einer Minute die Schnur straffte, ich hatte noch nicht mal die Bremse eingestellt. Ich konnte die Rute gerade noch rechtzeitig schnappen, bevor sie über Bord ging. Der Fisch legte eine unhaltbare Flucht hin und verabschiedete sich nach wenigen Augenblicken. Was war passiert? Schnurbruch!!! Ich könnte mich heute noch Ohrfeigen, wenn ich an diesen dummen Fehler denke. An der Rute war eine geflochtene Schlagschnur von der letzten Session montiert. Für diese Situation völlig ungeeignet, da absolut kein Dehnungspuffer vorhanden ist. Der Fisch zeigte mir zum Abschied seinen breiten Rücken und verschwand im Seerosendschungel. Zumindest habe ich bei dieser Sch*** Aktion zwei Lektionen erteilt bekommen: 

1. Vorher Bremse einstellen, bei dieser Fischerei kann alles ganz schnell gehen.
2. Geflochtene Schlagschnur ist hier völlig fehl am Platz.

Eigentlich dachten wir, dass nach diesem Wirbel erst mal Ruhe einkehren würde, trotzdem montierte ich die von mir sonst verwendete 0,54mm Penn IGFA Mono als Schlagschnur. Rig drauf, Tigernüsse angeködert, weißen Popi drauf und neu ausgeworfen. Punktgenau landete die Montage auf dem Futterspot, an dem jedoch nach der rasanten Flucht keine Fische mehr waren. Nach wenigen Minuten trauten sich die Karpfen wieder aus dem Seerosenfeld, waren aber deutlich vorsichtiger. Leider waren die Fische nun zu misstrauisch um weiter dem Fressrausch zu verfallen, nach einiger Zeit machten sie sich aus dem Staub. Inzwischen knurrte uns auch schon der Magen und wir wollten unsere Montagen aus dem Wasser nehmen, als ein schöner Spiegler wie aus dem nichts am Rande des Seerosenfeldes auftauchte. Ich hatte die Rute zum Einkurbeln bereits in der Hand, entschied mich aber dazu noch kurz zu warten. Und die Entscheidung war goldrichtig, der Fisch kreiste zweimal über dem Spot, wirbelte den Untergrund auf und schon hing er. Kompromisslos dirigierte ich den Spiegler vom Seerosenfeld weg und führte ihn ins Freiwasser. Dort konnte ich ihn mühelos ausdrillen und schließlich sicher landen. Ein toller langer Spiegelkarpfen von ca. 6-7kg und einem wunderschönen Schuppenbild. Eine kurze Fotosession im Wasser, belichtet durch die Mittagssonne und der Gute konnte wieder von dannen ziehen.


 
Nach einer kleinen Mahlzeit machte ich mich auf zum Supermarkt um Holzkohle und Grillgut zu besorgen, denn für heute Abend kündigte sich Besuch an. Mein Schatz Bianca, Oana mit Berni und Markus kamen vorbei. Nicht nur bei uns, auch am gegenüberliegenden Strand kündigte sich Besuch an, es wurde kräftig für eine Beachparty aufgebaut. Also stellten wir uns auf dröhnende Housebeats und weniger auf den lieblichen Dauerton unserer Bissanzeiger ein. Bei Gerilltem und anschließendem Lagerfeuer machten wir uns einen gemütlichen Abend, der lediglich durch die 40.000 Watt Anlage der Partymeute gestört wurde. Aber was solls, Karpfenfischen einmal anders! 


Markus, einer meiner langjährigen Freunde und Angelkollege, setzte sich nach dem Grillen mit der Feederrute auf den Steg und bot eine Mais-Tauwurm Kombination nur 5 Meter vom Ufer entfern an. Und er musste feststellen, dass das Gute oft so nah ist. Es dauerte nicht lange und eine partyresistente TINCA konnte dem Köder nicht wiederstehen.

 
Zum Glück verstummten die Chart Hits kurz nach Mitternacht und wir schöpften neue Hoffnung, dass in den frühen Morgenstunden vielleicht doch noch ein Karpfen seine Runden zieht. Wäre auch gelacht, wenn das der zweite Blank der Saison in Folge werden sollte.

Und er blieb uns zum Glück erspart, im Morgengrauen wurde ich vom Dauerton meines Bissanzeigers geweckt. Was gibt es Schöneres, raus aus dem Schlafsack, rein in die Crocs und einen explosionsartigen Sprint bei niedrigem Blutdruck zur Rute. Der Anhieb saß und der Fisch machte gleich mal ordentlich Druck. Ich hinderte ihn nicht an seiner Flucht, da er geradeaus ins Freiwasser flüchtete. Ich fühlte keine ruckartigen Stöße in der Rute, nur konstanten Druck, was auf einen „besseren“ Fisch hoffen ließ. Da ich nichts riskieren wollte, sprang ich ins Boot und versuchte so schnell wie möglich über den Fisch zu kommen, das gelang mir auch recht schnell. Doch dieses Kraftpaket schien nahezu am Seegrund zu kleben, wo er wie auf Schienen dahinzog. Es dauerte gut 5 Minuten bis ich den Fisch das erste Mal zu Gesicht bekam und was ich da sah zauberte mir ein fettes Grinsen ins Gesicht. Eine richtige Kugel von Spiegelkarpfen durchbrach die Wasseroberfläche, nun nur nicht die Nerven verlieren. Bremse auf Nummer sicher einige Knackser weiter auf und vorsichtig ausdrillen. Schlussendlich glitt der Fisch in den Kescher und mir wurde klar, dass dieser Fisch bis dato der schwerste und markanteste der Saison war. Aber seht selbst, Bilder sagen mehr als tausend Worte.




Jürgen wollte natürlich auch nicht ohne Fisch von diesem Gewässer heimkehren und so versuchte er sein Glück am Vormittag erneut beim Seerosenfeld, wo er auch zwei kleinere Fische landen konnte. So hatte jeder sein Erfolgserlebnis und wir konnten zufrieden die Session ausklingen lassen. Gemütlich packten wir  zusammen und verabschiedeten uns von diesem tollen Gewässer. Eines ist sicher, diese Zusammenkunft am Wasser muss wiederholt werden und darauf freue ich mich jetzt schon.

Sonntag, 24. Juli 2011

Satzkarpfen bereiten mir Bauchschmerzen

Es ist wieder mal Freitagabend und ich sitze an meinem Stammplatz, den ich in den letzten Wochen ordentlich mit 32mm Boilies befüttert habe. Bis die Nacht hereinbricht verzeichne ich an beiden Ruten permanente Attacken von Satzkarpfen. Aber nicht nur die Satzkarpfen bereiten mir Bauchschmerzen, irgendetwas ist heute faul. Ich fühle mich schlapp und zwischenzeitlich habe ich starke Bauchkrämpfe. Ich hoffte mir keine Magen-Darm-Grippe eigefangen zu haben, sowas konnte ich nun gar nicht gebrauchen. Ich könnte kaum schlafen, mir war heiß, dann wieder kalt, aber mitten in der Nacht bei Dunkelheit zusammenpacken wollte ich mir ersparen. Um ca. 04:00 Uhr morgens schaffte es ein kleiner Schuppi sich den Big Ball klein zu knabbern. Zu allem Übel hing der Fisch nach kurzem Drill in den Seerosen fest und ich musste mit dem Boot raus, um ihn daraus zu befreien.



Dieser Fisch wird mir sicher ewig in Erinnerung bleiben, denn wie sich eine Tage später heraus stellte war es doch keine Magen-Darm-Grippe, sondern eine Lebensmittelvergiftung.

Dienstag, 19. Juli 2011

Die Laichzeit ist vorüber, doch die Dicken lassen auf sich warten.


Nach eineinhalb Monaten Wartezeit mit gelegentlichem Raubfischangeln ohne nennenswerte Erfolge war es endlich soweit, die erste Nachtsession nach der Schonzeit stand vor der Tür. Die Schonzeit wurde natürlich auch genützt um den Ködervorrat aufzustocken. Das Motto lautete, große Kugeln = große Fische! An zwei Nachmittagen wurden 20kg Fischmix und 20kg Nussmix zu wunderbaren 32mm Boilies verarbeitet. Bei der Futterstrategie für den Hochsommer wollte ich bewusst auf Partikel aller Art verzichten und lediglich alle 2 – 3 Tage eine größere Menge Boilies großflächig um die Spots verteilen. Einen Spot lokalisierte ich am Fuße einer Kante, die mit Wasserpflanzen bewachsen ist, in 4,5 Meter Tiefe. Der zweite Spot wurde auf härterem Untergrund in einer Tiefe von 7 Meter ausgemacht.

Vor der geplanten Nachtsession waren die Bedingungen alles andere aus aussichtsreich, das Wetter spielte alle Kapriolen, von hochsommerlicher Hitzewelle bis hin zu Platzregen und spätherbstlichen Temperaturen. Die gelegentlichen Wolkenbrüche sah ich zwar als ersten Härtetest für meinen neuen Brolly, aber meine Erwartungen an überragende Fänge waren eher bescheiden. 



Ich entschied mich auf Grund der stark gesunkenen Temperaturen und der somit erwarteten geminderten Fresslust der Karpfen dazu die Big Balls nur an einer Rute anzubieten und zwar an dem seichteren Spot. An der zweiten Rute bot ich einen Snowman, bestehend aus einem Spectackle Black Liver Fish Dumbell kombiniert mit einem Pineapple Pop Up, an. Kaum hatte ich diese Kombination abgelegt, konnte ich den ersten Biss auf die Snowmanmontage verzeichnen. Der Biss war zaghaft und der Fisch nahm kaum Schnur von der Rolle. Ich dachte natürlich zuerst an eine Brasse aber zum Vorschein kam ein kleiner Schuppi.


Schnell war die Rute wieder an ihrem Spot und mindestens genauso schnell nahm der nächste kleine Ottifant den Snowman. Nach dem dritten Kleinkarpfen sattelte ich auch diese Rute auf einen Big Ball aus Eigenproduktion um, da es mittlerweile Dämmerte und ich keine Lust auf eine völlig schlaflose Nacht hatte. Verwundert war ich über Fresslaune der Kleinkarpfen, die sich scheinbar an den zuvor gefütterten Big Balls vergingen. Nach dem Ausbringen der Montage mit dem 32mm Boilie verging die Nacht dann aber ohne weiteren Biss. Die Rechnung ging also zum Teil auf, es biss zwar kein Großer, zumindest biss aber auch kein Kleiner. Erst früh morgens riss mich ein Vollrun aus dem Tiefschlaf. Nach einem ausdauernden Drill zeigte sich eine wunderbarer schlanker Schuppi an der Oberfläche, der kurz darauf in den Kescher glitt. 



Der kampfstarke Schuppenkarpfen war ein wirklich gelungener Abschluss der ersten Session nach der Schonzeit und lies für die kommenden Wochenenden auf mehr hoffen.

Mittwoch, 13. Juli 2011

Fremdgegangen!

Nachdem nun schon seit längerem Funkstille herrscht, die Gründe dafür erspar ich euch, will ich den Blog mal wieder updaten. Woher kommt die Zeit dafür? Tja ich liege seit einigen Tagen mit einer bösen Sommergrippe im Bett, das ist bei den tropischen Temperaturen nicht besonders angenehm, aber so kommt ihr in den Genuss einiger Neuigkeiten.

Zum Titel:

Das Fremdgehen bei den Anglern ist eine etwas schwierigere Angelegenheit als das Fremdgehen, das die meisten Menschen kennen, wenn auch zugegeben mit geringeren Konsequenzen. Wer nicht gerade ein ausgesprochener Raubfischexperte ist, der kennt die Problematik. Beim Karpfenangeln recht erfolgreich, als Raubfischangler eine völlige Niete. Ganz so schlimm ist es bei mir ja nicht, aber der Rückfall zum Raubfischangeln sollte sich als schwieriger herausstellen als gedacht.

Ich nahm mir vor die heurige Karpfenschonzeit mit Raubfischangeln zu überbrücken. Klar hätte ich mich auch an ein Gewässer setzen können, an dem es keine Karpfenschonzeit gibt, aber die Herausforderung, mal wieder den Räubern des Sees nachzustellen, wollte ich zumindest für die wenigen Wochen annehmen. Erstens ersparte ich mir so überfüllte Gewässer und zweitens kann etwas Abwechslung und mal wieder ein Fisch in der Pfanne nie schaden.

Kurz nach Beginn der Schonzeit am 16.Mai machte ich mich auf in den Angelkeller und suchte mir einiges an Tackle für die erste Schlepptour zusammen. Voller Vorfreude ging es dann an einem herrlichen Morgen an den See. Sachen ins Boot verladen, E-Motor drauf, Sidplaner raus und los gings. So verging Stunde um Stunde und ich zog unaufhaltsam meine Runden. Am frühen Nachmittag musste ich mir dann zwei Dinge eingestehen: Erstens ich hätte auf meine Freundin hören sollen, à so hätte ich mir zumindest den Sonnenbrand erspart. Und Zweitens musste ich feststellen, dass Schleppfischen wohl eine der langweiligsten Angelarten ist, die ich kenne. Erfolglos und mit leichter Enttäuschung brach ich den Angeltag ab.

Beim nächsten Trip wollten mein Freund Markus und ich uns dem Spinnangeln vom Boot widmen. Zeitig am Morgen gelang es uns aus den Federn zu kriechen und an den See zu fahren. Abgesehen hatten wir es auf Meister Esox und die Bedingungen waren eigentlich optimal. Die ersten Stellen brachten zwar keinen Fisch, der ein oder andere Winzling schwamm unserem Köder jedoch hinterher. Den ersten Fisch konnten wir dann aber doch landen, leider eine Nummer zu klein, ein Hechtlein von ca, 50cm hatte sich den „guten alten“ FZ Blinker von Markus einverleibt. Einige Würfe später hatte ich auch einen Nachläufer der gleichen Kategorie. Am anderen Ende Bucht angekommen war es erneut Markus der einen recht ordentlichen Biss aus seinen viel gelobten FZ Blinker bekam. Doch Meister Esox hatte sich wohl in ein Streifenkostüm gezwängt, nach kurzem Drill landete ein kapitaler Flussbarsch im Kescher.


Somit war der Tag auch gerettet. Es war inzwischen beinahe Mittag und wir legten eine Pause an einem schattigen Plätzchen am Ufer ein. Plötzlich erspähten meine Augen, ……… ja ich werd verrückt, kommt da ein Koi angeschwommen?


Scheinbar hatte ich schon etwas zu viel Sonne abbekommen, denn der vermeintliche wunderschöne Koi, entpuppte sich als grässliche komplett verpilzte Brachse. Wähhh, was für ein Anblick, ich habe heute noch Alpträume von dem Ungetüm.

Am Nachmittag konnte ich noch einen Babyhecht auf einen Spinner landen.

Zwei wirklich gute Fische schlichen dem Blinker bis vors Boot hinterher, konnten sich aber nicht dazu überwinden den Metallklotz zu schnappen.

So verging auch diese Raubfischtour und das Ende der Karpfenschonzeit rückte immer näher.

Samstag, 21. Mai 2011

Nachtrag der letzten Sessions

Leider hatte ich ín letzter Zeit relativ viel um die Ohren, dies hielt mich zwar vom "Blogen" ab, nicht jedoch vom Angeln. Ich möchte euch die Fangfotos natürlich nicht vorbehalten. In den letzten drei Sessions an meinem neuen Spot konnte ich insgesamt 8 Karpfen überlisten, davon waren 3 über der 10kg Marke, der schwerste wog 13,2 kg.










Ein Liquid GLM Mantel sorgte für die nötige Attracktivität

 Der Dickste der heurigen Saison 13,2kg, scheinbar hatte er ordentlichen Appetit.
Trotz eines abgerissenen Vorfachs, dessen Haken im Gegensatz zu meinem sauber in der Unterlippe hing, nahm dieser Fisch einen würzigen 35mm Fisch/Nuss Boilie mit Sunrise Pop Up.

 Leider hatte der Kollege nicht nur ein Piercing, sonder war auch ziehmlich unfotogen, schlussendlich verabschiedete sich auch noch der Akku meiner Kamera.

Zurück ins kühle Nass.

Freitag, 29. April 2011

Feuchte Kurzsession

Bei meiner letzten Nacht am Wasser hatte ich mir auf dem Rückweg bereits einen neuen Spot ausgesucht. Am Freitag vor Ostern wollte ich, für die Session von Ostersonntag auf Ostermontag an dem ausgewählten Spot, anfüttern gehen. Kurzfristig habe ich mich jedoch dazu entschlossen, auch gleich das nötigste mitzunehmen, um in den Abendstunden etwas zu angeln. Der Spot war nicht leicht zu beangeln, über dem Angelplatz waren viele Äste, also werfen vom Ufer aus unmöglich. Das Boot zum auslegen, füttern und die Watstiefel zum aufbauen des Pods mussten mit. Nachdem ich ca. 2,5 kg Boilies entlang einer Kante verteilt habe, begab ich mich ans Ufer um alles aufzubauen. Nun kam die Operation Rod Pod im Wasser aufstellen, ich prüfte noch vorsichtig den Untergrund, der zum Glück sehr fest war. Also nichts wie rein mit dem Ding, zwei Schritte weiter kam ich in den Genuss einer Schlammpackung, die bis zur Hüfte reichte. Der linke Watstiefel füllte sich schnell mit einer Wasser-Schlamm-Mischung und zu guter letzt kippte ich samt Pod um. Das einzig positive an der Sache war, dass wir schon April haben und es nicht erst Mitte Februar. Zum Glück blieb mein Handy halbwegs trocken, dass ich meinen Vater um einen Besuch samt Wechselwäsche bitten könnte. Na gut, aber wenn ich schon mal am Wasser bin lass ich mir das Angeln nicht verderben, also legte ich beide Montagen an der Kante ab. Zum Glück war mein Vater recht schnell mit der Wechselwäsche zur Stelle. Kurz nachdem er eintraf gab es die ersten Pieper an der linken Rute, die Montage lag erst ca. 30 min im Wasser. Zwei Minuten später war ich im Drill mit einem tollen Milchner.


Man sieht also, dass man auch bei wenigen Stunden am Wasser alles Mögliche erleben kann.

Donnerstag, 14. April 2011

Ich kam, sah und fing sie!

Nach der erfolgreichen letzten Session, wollte ich eigentlich den gleichen Platz erneut beangeln, doch scheinbar ist nicht nur der Frühling erwacht. Als ich einige Tage vor der geplanten Session den Spot vorfüttern wollte, war der Platz bereit besetzt. Genauso zwei weitere Plätze von denen ich die Spots beangeln hätte können. Einfach hinfahren und die Spots befüttern, obwohl eventuell dort geangelt wird ist nicht mein Stil. Also mal auf eine kurze Unterhaltung hin zu den Jungs und nachfragen ob Sie denn am kommenden Wochenende auch wieder an dem Platz angeln wollen. Eigentlich hatten sie das nicht vor, aber ich entschied mich trotzdem dazu einen völlig neunen, mir bisher noch unbekannten Platz, zu beangeln. Dazu musste ich aber erstmal über die gesamte Länge des Sees fahren um ihn auszuchecken und eventuelle ein wenig vorzufüttern. Ich wollte mir jedoch den Aufwand nicht antun, in den kommenden Tagen jedes Mal über den ganzen See zu fahren, um dann vorfüttern zu können. Also entschloss ich mich dazu gar nicht vorzufüttern. Ich wollte im Vorfeld nur zwei Spots, einen flachen und einen tieferen ausloten. Die Spots hatte ich nach kurzer Zeit gefunden und mit Bojen markiert, der Angelplatz war auch perfekt. Inzwischen Stand die Sonne auch recht tief und ich drehte noch eine kurze Runde mit suchendem Auge in der Bucht. 40 Meter von meinem ausgewählten Angelplatz entfern konnte ich zwischen zwei Stegen einen Schuppenkarpfen beim Fressen beobachten. Leider war es von meinem ausgewählten Platz aus unmöglich den Spot, an dem der Schuppi auf Futtersuche war, zu beangeln. Die Rute bei einer Nachtsession 40 Meter vom eigentlichen Angelplatz entfernt platzieren und zwischen zwei Stegen angeln war für mich auch keine Option. Also konnte ich nur in der Abend- und Morgendämmerung bei der Rute bleiben um zu verhindern, dass der Fisch im Run unter den Stegen durchschwimmt. Felsenfest von der Strategie überzeugt führ ich nach Hause.

Am Freitag 08.April um 15:00 verließ ich meinen Arbeitsplatz und machte mich auf den Weg zum ausgewählten Platz. Der Aufbau war schnell gemacht und die erste Rute legte ich im Tiefen ab.

Der Ausblick aus meinen Zweitwohnsitz!

Ich befütterte den ersten Spot mit fünf ordentliche Knödel Methodmix und ca. einem halben Kilo der brandneuen Boiliekreation von SPECTACKLE. Ein herrlicher Boilie, der sich Bio Fruitgum nennt. Überzeugende Mixzusammensetzung, super Konsistenz und eine Flavourkombination, die dazu verleitet sie alle selbst aufzufuttern.

Nun kam aber der Moment der Momente, ich beköderte die zweite Montage und schlich samt Kescher und einigen Boilies zum Füttern an den Platz, an dem ich vor wenigen Tagen den Schuppi sah. Der war zwar kein Riese, aber ein super schlankes Torpedo. Ich legte Rute und Kescher in die Wiese und riskierte einen Blick über Sträucher. Siehe da, einige Brachsen und ein oder gar der gleiche Schuppi waren nur ca. 5-6 Meter von mir entfernt am fressen. Schnell halbierte ich ein paar Boilies und warf sie über die Sträucher, gleichzeitig musste ich über mein eigenes Verhalten lächeln. (Ich glaube ich hatte soeben den Reiz am Stalking entdeckt) Als Köder setzte ich auf den Erfolgsboilie von der letzten Session, den White Banana. Vorsichtig pendelte ich das Blei hinaus, der Aufprall sorgte natürlich für Unruhe und der Schuppi verschwand in der Tiefe. Enttäuscht legte ich die Rute auf meinen Bissanzeiger und setzte mich etwas abseits der Rute auf einen abgeschnittenen Baumstamm. Die Sonne warf inzwischen ihre letzten Strahlen über die Berge und verschwand kurz darauf. Es wurde binnen Sekunden sehr kühl und ich holte mir meine dicke Fleecejacke aus dem Zelt. Noch auf dem Weg zurück zur Rute durchdrang das Piepsen des Fox Micron die Stille, nach einem kurzen Sprint war ich an der Rute. Ich nahm diese sogleich auf und der Fisch hing. Mit einer rasanten Flucht startete der Fisch ins Freiwasser, also lies ich in auch ordentlich Schnur nehmen. Nach kurzem aber heftigem Drill konnte ich den Fisch landen, ein wunderschöner Schuppi.


Ich war mehr als zufrieden und gab den Spot für den Rest der Nacht wie geplant auf. Die Nacht war wirklich kalt und sehr, sehr ruhig. Es gab genau einen Piepton an der Rute, die ich im Tiefen abgelegt hatte. Am nächsten Morgen bin ich noch vor Sonnenaufgang aufgewacht und machte mich erneut fertig, um ein wenig zu „stalken“. Nach dem gestrigen Schuppi hatte ich  noch zwei Fäuste meiner Eigenbau Fischmehlboilies nachgefüttert, an die Montage kam diesmal ein 30er meiner Eigenkreation. Nachdem ich die Montage erneut zwischen den Stegen abgelegt habe holte ich mir mein Frühstück aus dem Zelt und nahm den Angelstuhl mit. Leider hatte ich meine Thermoskanne mit Tee vergessen, also noch einmal zurück und den Tee holen. Im Zelt angekommen, bekam ich einen Biss an der vor wenigen Minuten abgelegten Rute. Es dauerte zwar ein wenig bis ich das Piepsen zwischen dem Vogelgezwitscher zuordnen konnte, dafür bin ich dann gerannt wie ein Hochleistungssprinter. Ich nahm schnellstmöglich Kontakt zum Fisch auf, doch die Richtung die der Fisch im Run eingeschlagen hatte gefiel mit ganz und gar nicht. Er war geradewegs unter einem der Stege durchgeschwommen. Scheinbar ist der Fisch schneller gesprintet als ich. Ich wollte den Fisch auf keinen Fall unter dem Steg durchziehen, also gönnte ich mir eine frühmorgendliche Kneiptherapie. Nachdem ich unter dem Steg durchgekrochen bin ging der Drill so richtig los. Der Fisch hatte ordentliche Kraftreserven, ich tippte auf einen wirklich guten Spiegler der 10kg Marke. Weit daneben lag ich auch nicht, als ich den Fisch gewogen habe blieb der Zeiger der Waage bei 11,7 kg stehen. Fürs Fangbuch zog ich 1,2kg für die nasse Wiegeschlinge ab.


Leider sind die Bilder mit Selbstauslöser und ohne Blitz nicht besonders geworden und nach dem dritten Bild war auch noch der Akku am Ende seiner Kräfte. Naja, egal ich war zufrieden und legte die Rute gar nicht mehr aus, nach dem Zirkus wäre dass wahrscheinlich auch zwecklos gewesen. Als ich beim Zusammenpacken war, stellte sich  heraus warum der Bissanzeiger an der tiefer ausgelegten Rute die ganze Nacht stumm blieb. Nach dem Einkurbeln kam eine Brachse zum Vorschein, die sich scheinbar mitten in der Nacht den Snowman einverleibt hatte und sich nicht mehr vom Fleck bewegte. Scheinbar hatten ihr die neuen Boilies so zugesagt, dass Sie nicht mal der Hacken in der Unterlippe störte. Am Heimweg hatte ich mir noch einen weiteren Platz angesehen, den ich heuer, vielleicht schon beim nächsten Mal, beangeln will. Diese sieht sehr viel versprechend aus, also bis zum nächsten Eintrag.